Turbulente Tage bei Olympia in Paris mit Baby: Unsere Erfahrungen
Sieben Wochen. 5.400 Kilometer. Zwei Inseln. Ein Baby. Und ein Toyota HiTop mit am Ende ziemlich genau 241.052 Kilometern auf dem Tacho.
Unsere Reise mit dem Camper durch Neuseeland war unsere bisher schönste Familienreise. Unseren Camper von Travellers Autobarn haben wir trotzdem nicht besonders ins Herz geschlossen. Er regnete rein. Eine Bremse fackelte fast ab. Ein Sicherheitsgurt funktionierte nicht. Ein Fenster ließ sich nicht öffnen. Die Heckklappe quietschte so laut, dass uns nachts andere Camper darauf ansprachen. Keinerlei Service seitens Travellers Autobarn während der Fahrt. Und fahren ließ sich das gute Stück auch eher bescheiden.
Trotzdem denken wir unglaublich gerne an diese sieben Wochen zurück. Vielleicht sogar ein kleines bisschen wegen all dieser Geschichten.
Hier kommt deshalb unser ehrlicher Erfahrungsbericht zu Travellers Autobarn in Neuseeland. Ohne Kooperation. Ohne Provision. Und mit einem Camper, der uns zumindest zuverlässig Gesprächsstoff geliefert hat.
Inhaltsverzeichnis
Warum wir Travellers Autobarn in Neuseeland gebucht haben
Wir haben unseren Camper nicht direkt bei Travellers Autobarn gebucht. Stattdessen nutzten wir CamperOase als Vermittler. Dort konnten wir angeben, was wir suchten: Wie viele Personen reisen mit? Wie groß soll der Camper sein? Was brauchen wir? Und wie hoch ist unser Budget? Daraufhin bekamen wir verschiedene Vorschläge. Das war angenehm. Gerade wenn man zum ersten Mal mit Baby mehrere Wochen im Camper verbringen möchte, ist die Auswahl erst einmal ziemlich unübersichtlich. Uns wurden schließlich vor allem Jucy und Travellers Autobarn vorgeschlagen. Wir entschieden uns für Travellers Autobarn und einen Toyota HiTop. Einen großen Preisvorteil hatten wir durch den Vermittler allerdings nicht. Auch der erhoffte Vorteil bei späteren Problemen blieb aus. Heute würde ich deshalb immer zusätzlich selbst vergleichen. Ein Vermittler zeigt euch nicht zwingend alle Vermieter, die für eure Reise infrage kommen. Praktisch war dagegen die Buchung unserer Fähre zwischen Süd- und Nordinsel. Das wurde für uns übernommen und funktionierte problemlos.Unser Toyota HiTop von Travellers Autobarn
Wir waren insgesamt acht Wochen in Neuseeland. Den Camper hatten wir davon etwa sieben Wochen. Bezahlt haben wir rund 16.000 NZD inklusive unserer gebuchten Leistungen. Das ist weniger als bei vielen moderneren und größeren Wohnmobilen. Ein Schnäppchen ist es aber trotzdem nicht. Unser Toyota HiTop hatte bei der Rückgabe exakt 241.052 Kilometer auf dem Tacho. Dass die Fahrzeuge von Travellers Autobarn nicht neu sind, war uns vorher bewusst. Informationen zum Alter der Fahrzeuge findet man bereits bei der Buchung. Wir erwarteten also keinen nagelneuen Camper. Der Innenausbau war deutlich jünger als das Auto und ungefähr aus dem Jahr 2021. Auf den ersten Blick war deshalb auch alles okay. Die Schwächen lernten wir erst nach und nach kennen.Die Abholung in Christchurch – und unser chaotischer Start
Die eigentliche Abholung bei Travellers Autobarn in Christchurch war angenehm. Wir mussten zwar recht lange warten. Aber niemand machte Stress. Die Atmosphäre war locker und persönlich. Für uns mit Baby war das ebenfalls okay. Emma war damals neun Monate alt und konnte während der Wartezeit auf dem Boden herumkrabbeln. Wir saßen auf Loungemöbeln und warteten. Eigentlich ziemlich entspannt. Bis wir losfahren wollten. Wir saßen endlich in unserem Camper und wollten das erste Ziel ins Navi eingeben. Und stellten fest: Mein Handy war weg. Ich hatte es im Taxi vom Flughafen liegen lassen. Unsere große Neuseeland-Camperreise begann also nicht mit majestätischen Bergen, Freiheit und Abenteuer. Sie begann mit: WO IST MEIN HANDY?! Mit Travellers Autobarn hatte das natürlich nichts zu tun. Es passte aber erstaunlich gut zu unserem leicht chaotischen Start.Ausstattung unseres Toyota HiTop
Unser HiTop war einfach ausgestattet. Hinten gab es eine kleine Küche mit zwei Gasherdplatten und einer Spüle. Dazu kamen Geschirr und ein Kühlschrank. Und mit „klein“ meine ich wirklich klein. Das merkten wir nach unserem ersten Großeinkauf. Wir standen mit unseren Lebensmitteln vor dem Kühlschrank und mussten feststellen, dass unser Optimismus deutlich größer gewesen war als dessen Fassungsvermögen. Danach kauften wir etwas realistischer ein. Außerdem gab es eine Sitzgruppe mit zwei Bänken und Tisch. Daraus bauten wir abends Emmas Bett. Für uns Eltern gab es darüber eine zweite Liegefläche. Zusätzlich hatten wir einen Campingtisch und zwei Stühle gebucht. Grundsätzlich war der Platz für uns drei ausreichend. Das Problem war weniger der Platz. Das Problem war, dass wir ihn jeden Abend komplett neu sortieren mussten.Wie fährt sich der Travellers Autobarn Toyota HiTop?
Ein Punkt, den wir vor der Buchung komplett unterschätzt hatten, war das Fahrverhalten. Und das war bei unserem Toyota HiTop ehrlich gesagt unterirdisch. Durch das hohe Dach war der Camper extrem windanfällig. Selbst auf gerader Strecke musste ich ständig gegenlenken. Das Fahren fühlte sich unruhig und anstrengend an. Am ersten Tag war ich irgendwann einfach nur noch froh, als wir endlich auf dem Campingplatz ankamen. Mit der Zeit gewöhnte ich mich daran. Nach einigen Tagen wusste ich besser, wie der Camper reagiert. Spaß gemacht hat das Fahren aber bis zum Ende nicht. Und wir sind immerhin rund 5.400 Kilometer damit gefahren. Gerade bei Wind blieb das Fahren anstrengend. Das würde ich bei einem HiTop heute viel stärker in meine Entscheidung einbeziehen. Mehr Platz und Stehhöhe im Camper sind toll. Das hohe Dach hat aber eben auch Nachteile. Für mich war das schlechte Fahrgefühl am Ende einer der größten Minuspunkte unseres Toyota HiTop. Denn bei einem Roadtrip durch Neuseeland verbringt man nun einmal ziemlich viel Zeit hinter dem Steuer.Jeden Abend Tetris: der Bettumbau
Der tägliche Umbau war ein weiterer Punkt, der uns ziemlich genervt hat. Tagsüber lagerten oben viele unserer Sachen. Koffer, Taschen, Kraxe und alles, für das wir sonst keinen vernünftigen Platz fanden. Abends musste das alles runter. Teilweise landete unser halber Camper erst einmal auf dem Rasen. Dann nahmen wir die Bretter, die tagsüber unten im Fahrzeug befestigt waren. Diese legten wir oben auf die seitlichen Auflagen. Darauf kamen die Polster. Fertig war unser Bett. Anschließend musste natürlich alles wieder irgendwohin. Also ab in den Gang. Auf den Fahrer- und Beifahrersitz. In irgendwelche Ecken. Und spätestens zehn Minuten später brauchte jemand garantiert genau das, was ganz unten auf dem Beifahrersitz lag. Mit der Zeit wurden wir besser. Unser wichtigster Trick waren viele einzelne Beutel. Ein Beutel für Kabel. Einer für dieses Zeug. Einer für jenes Zeug. Ordnung im Camper bedeutet nämlich nicht unbedingt, dass alles einen schönen festen Platz hat. Manchmal bedeutet Ordnung einfach nur: Wir wissen wenigstens, in welchem Beutel wir suchen müssen.Camper in Neuseeland mit Baby: So hat Emma geschlafen
Vor der Reise hatten wir uns viele Gedanken darüber gemacht, wie Emma sicher im Camper schlafen kann. Denn eines war für uns ausgeschlossen: Sie sollte nachts irgendwo herunterfallen können. Unsere Lösung war ein Deryan-Babyzelt. Emma schlief unten auf der zum Bett umgebauten Sitzgruppe in ihrem Zelt. Wir Eltern schliefen oben. Für uns war das eine richtig gute Lösung. Das Zelt begrenzte ihre Schlaffläche. Sie konnte nicht einfach im Halbschlaf loskrabbeln. Zusätzlich sicherten wir den Bereich so ab, dass auch das Zelt nicht Richtung Gang rutschen konnte. Und Emma? Die schlief erstaunlich gut. Meist wurde sie nachts höchstens einmal wach. Dann kletterte einer von uns nach unten, half ihr wieder einzuschlafen und legte sie zurück in ihr Zelt. Selbst Kochen und Essen störte sie kaum. Manchmal war es draußen einfach zu kalt. Dann saßen wir direkt neben ihrem Bett im Camper, kochten oder aßen – und Emma schlief weiter. Das Camperleben mit Baby war für uns viel unkomplizierter, als wir vorher gedacht hatten.Kochen im Camper mit Baby
Die kleine Küche war simpel, aber ausreichend. Wir kochten sowohl im Camper als auch in den Küchen der Campingplätze. Beim Kochen im Camper gab es allerdings ein kleines Ritual: Raus aus dem Auto. Gas aufdrehen. Wieder rein. Kochen. Wieder raus. Gas zudrehen. Und bloß nicht vergessen. Wenn das Wetter schön war, aßen wir lieber draußen. Gerade auf der Südinsel war es abends aber oft zu kalt. Für Emma hatten wir ursprünglich große Pläne. Natürlich würden wir jeden Tag frisch für unser Baby kochen! Nun ja. Dieser Plan überlebte Neuseeland nicht besonders lange. Zum Glück bekommt man dort problemlos Babybrei. Nicht nur in Supermärkten, sondern teilweise sogar an Tankstellen. Auch Bio-Produkte waren leicht zu finden. Das Reisen mit Baby empfanden wir in Neuseeland insgesamt als erstaunlich entspannt. Die Menschen waren kinderfreundlich. Emma durfte fast überall krabbeln und die Welt erkunden. Einmal zog sie sich in einem Buchladen an einem Regal hoch. Niemand schaute genervt. Auch in Restaurants erlebten wir vieles lockerer, als wir es aus Deutschland kannten.Unsere Probleme mit Travellers Autobarn
Mit dem Alter unseres Campers konnten wir leben. Auch ein paar Gebrauchsspuren hätten uns nicht gestört. Einige Probleme gingen für uns aber deutlich darüber hinaus.Der defekte Sicherheitsgurt
Bei der Übergabe würde ich heute wirklich jeden einzelnen Sicherheitsgurt testen. Nicht nur anschauen. Testen. Denn der Gurt auf dem Sitz direkt neben Emmas Kindersitz funktionierte bei uns nicht. Emma selbst war natürlich immer sicher in ihrem Kindersitz angeschnallt. Aber wir konnten während der Fahrt nicht angeschnallt neben ihr sitzen. Gerade auf langen Fahrten mit einem neun Monate alten Baby war das richtig blöd. Wenn Emma weinte oder unsere Hilfe brauchte, hätten wir gerne sicher neben ihr gesessen. Wir meldeten das Problem bei Travellers Autobarn. Die Lösung war leider alles andere als unkompliziert. Nach mehreren Kontakten wurden wir schließlich zu einer Werkstatt geschickt. Dort konnte das Problem nicht kurzfristig behoben werden. Eine Reparatur wäre erst später möglich gewesen. Wir konnten und wollten unsere Reise nicht für mehrere Tage unterbrechen. Also blieb der Gurt kaputt. Für uns war das nicht einfach irgendein Schönheitsfehler eines alten Campers. Es war ein Sicherheitsproblem. Und genau das ist einer der Hauptgründe, warum wir Travellers Autobarn heute nicht noch einmal wählen würden.Als plötzlich unser Camper rauchte
Ein weiteres Erlebnis kam später. Wir waren auf dem Weg zu einem Wasserfall und fuhren hinter einem anderen Auto her. Irgendwann roch es ziemlich übel. Unser Gedanke: Boah. Das Auto vor uns stinkt aber. Wir fuhren weiter. Erst auf dem Parkplatz stiegen wir aus und merkten: Das andere Auto war gar nicht das Problem. Unser Camper war es. Es roch stark verbrannt und im Bereich unseres Fahrzeugs rauchte es. Wir vermuteten, dass es mit den Bremsen zusammenhing. Was genau passiert war, wussten wir aber nicht. Danach fuhren wir besonders vorsichtig und versuchten, die Bremsen zu schonen. Travellers Autobarn kontaktierten wir dieses Mal nicht mehr. Das möchte ich ausdrücklich erwähnen. Der Vermieter hatte damit keine Chance, auf dieses konkrete Problem zu reagieren. Unsere vorherige Erfahrung mit dem defekten Gurt hatte unser Vertrauen in eine schnelle Lösung allerdings ziemlich reduziert. Wir befürchteten wieder viel Zeit mit Telefonaten, Werkstätten und Warten zu verlieren. Im Nachhinein würde ich bei einem solchen sicherheitsrelevanten Problem trotzdem immer den Vermieter kontaktieren.Es regnete in unseren Camper
Ein weiterer Punkt, den man bei einem Camper eher nicht auf seiner Wunschliste hat: Regen im Innenraum. Bei starkem Regen war unser Toyota nicht komplett dicht. Einmal mussten wir nachts sogar unsere Sachen umräumen, weil Wasser ins Fahrzeug kam. Soweit wir uns erinnern, wurde auf das Thema eindringendes Wasser bei starkem Regen sogar in den Informationen zum Fahrzeug hingewiesen. Für uns macht das die Sache allerdings nicht unbedingt besser. Wenn ich mehrere Wochen in einem Camper schlafe, habe ich eine recht einfache Erwartung an mein rollendes Zuhause: Draußen Regen. Drinnen kein Regen. Auch das kleine Schiebefenster ließ sich bei uns überhaupt nicht bewegen. Dazu kamen Schränke, die während der Fahrt manchmal aufgingen. Und dann war da noch unsere Heckklappe. Sie quietschte und knallte beim Öffnen und Schließen so laut, dass uns eines Nachts andere Camper darauf ansprachen. Emma? Schlief natürlich weiter.Wie war der Zustand unseres Campers?
Der Innenausbau unseres Campers war zwar deutlich neuer als das Fahrzeug. Trotzdem sah man bereits einige Gebrauchsspuren. Besonders die Polster der hinteren Sitzbänke fanden wir unangenehm. Gefühlt konnte man zehnmal daraufklopfen – und beim elften Mal kam immer noch eine neue Staubwolke heraus. Auch die Küche hatte sichtbare Gebrauchsspuren. Schränke öffneten sich teilweise während der Fahrt. Das alles wäre für uns allein kein Grund gewesen, Travellers Autobarn nicht zu empfehlen. Wer einen günstigeren Camper mietet, darf keinen Luxus erwarten. Zusammen mit dem kaputten Sicherheitsgurt, dem schlechten Fahrverhalten, dem eindringenden Wasser und unserem Erlebnis mit den Bremsen war es uns aber irgendwann zu viel.Kälte im Camper: Das haben wir unterschätzt
Ein Thema hatten wir vor der Reise ebenfalls unterschätzt: die Kälte. Auf der Nordinsel war das kaum ein Problem. Anders sah es im Süden der Südinsel aus. Besonders in höher gelegenen Regionen rund um Mount Cook wurde es nachts richtig kalt. Unser Camper hatte keine Standheizung. Warm wurde es nur während der Fahrt durch die normale Fahrzeugheizung. Wir hatten zwar Steckdosen im Camper. Diese funktionierten aber nur, wenn wir auf einem Campingplatz an Landstrom angeschlossen waren. Dafür hatten wir eine Mehrfachsteckdose dabei. Ungefähr jede zweite Nacht standen wir auf einem Platz mit Strom. Manchmal verbrachten wir aber auch zwei Nächte hintereinander ohne Strom. Morgens bei nur wenigen Grad im Camper aufzustehen, gehört definitiv nicht zu meinen liebsten Neuseeland-Erinnerungen. Emma störte das erstaunlich wenig. Sie hatte einen sehr warmen Schlafsack und mehrere Schichten an. Morgens war sie immer schön warm. Die Eltern waren weniger begeistert. Heute würde ich bei einer Reise in den kälteren Monaten viel stärker auf eine gute Heizmöglichkeit achten.Strom und Internet auf Campingplätzen in Neuseeland
Auch zwei Nächte ohne Strom waren grundsätzlich kein Problem. Unsere Handys konnten wir während der Fahrt vorne über USB laden. Internet war dagegen nicht überall selbstverständlich. Das haben wir schnell gelernt. Wenn etwas Wichtiges online erledigt werden musste, machten wir es irgendwann sofort, sobald wir Empfang hatten. „Das buchen wir später“ funktioniert schlecht, wenn „später“ bedeutet, dass man irgendwo zwischen Bergen auf einem Campingplatz ohne Netz steht.Was kosteten sieben Wochen Camper in Neuseeland?
Für unseren Toyota HiTop zahlten wir rund 16.000 NZD inklusive unserer gebuchten Leistungen. Dazu kamen die laufenden Kosten der Reise. Vor allem die Spritkosten sollte man nicht unterschätzen. Wir fuhren in sieben Wochen rund 5.400 Kilometer. Für Benzin gaben wir grob 1.500 Euro aus. Gerade ein älterer Toyota HiTop ist natürlich kein sparsamer Kleinwagen. Dazu kommen Campingplätze, Fähre, Lebensmittel und je nach Buchung weitere Extras. Ein günstigerer Mietpreis bedeutet deshalb nicht automatisch eine günstige Reise.Camper in Neuseeland mit Toilette? Für uns beim nächsten Mal ein Muss
Falls ihr gerade zwischen zwei Campern schwankt und überlegt, ob ihr wirklich eine Toilette braucht: Nehmt die Toilette. Wir hatten keine. Stattdessen hatten wir ein Porta-Potti dabei. Das kann man sich ungefähr wie ein Töpfchen für Kinder vorstellen. Nur größer. Mit Deckel. Für Erwachsene. Wir haben es kein einziges Mal benutzt. Es nahm sieben Wochen lang wertvollen Stauraum weg und reiste ansonsten einfach mit uns durch Neuseeland. Gerade nachts hätte ich dagegen sehr gerne eine richtige Toilette im Camper gehabt. Denn wenn es draußen kalt ist, macht es überraschend wenig Spaß, noch einmal Jacke und Schuhe anzuziehen und über einen dunklen Campingplatz zur Toilette zu laufen. Heute wäre eine richtige Toilette deshalb eines meiner wichtigsten Kriterien bei der Camperwahl.Für wen kann Travellers Autobarn trotzdem passen?
Trotz unserer Erfahrung würde ich nicht sagen, dass Travellers Autobarn grundsätzlich für jeden die falsche Wahl ist. Wer mit kleinem Budget reist und bei Komfort schmerzfrei ist, bekommt hier einen vergleichsweise günstigen Camper. Für zwei Studenten hätte unser alter Toyota vielleicht sogar einen gewissen Charme gehabt. Wir reisten allerdings mit einem neun Monate alten Baby durch ein ganzes Land. Da verschieben sich die Prioritäten. Wir brauchten keinen Luxus. Aber Sicherheit, Zuverlässigkeit und ein Mindestmaß an Komfort waren uns wichtig. Dafür würde ich beim nächsten Mal mehr bezahlen. Wir hatten zuvor bereits einen Camper in Island gemietet. Der war kleiner, aber wesentlich moderner. Der Unterschied beim Komfort war deutlich.Würden wir Travellers Autobarn wieder buchen?
Nein. Zumindest nicht noch einmal einen solchen Camper für eine lange Reise mit Baby. Unser Hauptproblem waren nicht die alten Polster. Auch nicht der winzige Kühlschrank. Nicht die quietschende Heckklappe. Und nicht einmal der tägliche Tetris-Wettbewerb beim Bettenbau. Damit konnten wir leben. Deutlich schwerer wogen für uns das schlechte Fahrverhalten und der technische Zustand. Ein nicht funktionierender Sicherheitsgurt und unser Erlebnis mit den Bremsen sind für mich eine andere Kategorie als normale Gebrauchsspuren. Bei einer erneuten Neuseelandreise würde ich deshalb mehr Geld ausgeben. Ich würde einen moderneren Camper wählen. Einen, der sich angenehmer fährt. Und diesmal unbedingt einen mit richtiger Toilette.Unser Fazit: Die Reise sofort wieder, den Camper nicht
Bei all der Kritik möchte ich eines ganz deutlich sagen: Wir haben das Reisen im Camper geliebt. Das Aufwachen am See. Morgens die Tür öffnen und auf Berge schauen. Nicht jeden Tag Koffer packen. Spontan entscheiden, noch eine Nacht zu bleiben. Oder weiterzufahren. Mit Emma funktionierte diese Art zu reisen erstaunlich gut. Sie schlief nachts wunderbar und machte unsere Tage fast immer entspannt mit. Natürlich gab es Fahrten, auf denen sie irgendwann keine Lust mehr hatte. Abends waren wir eingeschränkt, weil sie schlafen musste. Aber das gehörte dazu. Viel stärker geblieben ist dieses Gefühl, sieben Wochen lang gemeinsam unterwegs gewesen zu sein. Nur wir drei. 5.400 Kilometer durch Neuseeland. Mit Bergen, Seen, Campingplätzen, viel zu viel Zeug, einem absurd kleinen Kühlschrank, einer Heckklappe mit eingebauter Campingplatz-Weckfunktion und einem Toyota, der uns mehr als einmal Nerven gekostet hat. Und irgendwann rollten wir tatsächlich wieder in Auckland ein. Alle gesund. Alle heil. Und der Toyota auch noch. Würde ich wieder sieben Wochen mit Baby im Camper durch Neuseeland reisen? Sofort. Würde ich wieder unseren Toyota HiTop von Travellers Autobarn nehmen? Nein. Beim nächsten Mal würde ich mehr Geld für einen moderneren Camper ausgeben. Ich würde auf eine gute Heizung achten. Ich würde jeden Sicherheitsgurt vor der Abfahrt testen. Ich würde darauf achten, wie sich das Fahrzeug fährt. Und ich würde einen Camper mit richtiger Toilette nehmen. Unsere schlechte Erfahrung mit dem Fahrzeug hat unsere Neuseelandreise zum Glück kaum getrübt. Heute erzählen wir lachend von vielen dieser Situationen. Und vielleicht ist das die beste Zusammenfassung unserer sieben Wochen: Der Camper war nicht besonders gut. Die Reise war großartig.Neueste Beiträge
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