Unser Japan-Abenteuer beginnt: mit einer aufgeregten Dreijährigen,
einem entspannten Baby, zwölf Stunden Langstreckenflug
und ziemlich viel Gepäck.
Sechs Wochen Japan liegen vor uns. Bevor wir durch Tokio
schlendern und später mit dem Camper das Land erkunden,
müssen wir allerdings erst einmal hinkommen.
Hier nehmen wir euch mit – vom Abflug in Berlin
bis zu unseren ersten Entdeckungen in Tokio.
◷Reisebeginn5. Oktober 2026
✈Unsere AnreiseBerlin · Kopenhagen · Tokio-Haneda
♡Unterwegs mitZwei Erwachsenen, einer Dreijährigen und einem Baby
Tag 1 · 5.–6. Oktober 2026
Auf nach Japan! Mit zwei kleinen Kindern von Berlin nach Tokio
Es geht los! Japan, wir kommen! Neun Wochen Abenteuer liegen vor uns. Aber bevor wir japanische Tempel bestaunen, durch Tokio schlendern und mit unserem Camper Japan erkunden können, müssen wir erst einmal hinkommen. Und das bedeutet: rund 15 Stunden Flugreise mit zwei kleinen Kindern, jede Menge Gepäck und einer ziemlich aufgeregten Dreijährigen.
Von wegen ausgeschlafen in den Urlaub starten
Schon am Abend vor unserem Abflug war die Aufregung groß. Zumindest bei der Hälfte unserer Familie. Emma, unsere Dreijährige, war so aufgeregt, dass sie kaum einschlafen konnte. Und auch ich lag noch lange wach. Nur mein Mann und Baby Sara schliefen tief und fest. Kein Wunder – vor allem Sara hatte schließlich noch überhaupt keine Ahnung, was ihr bevorstand.
Am nächsten Morgen ging es dann endlich los: auf zum Flughafen Berlin Brandenburg!
Check-in am BER: Selbst ist der Reisende. Oder auch nicht.
Am Flughafen angekommen, stand uns erst einmal ein großes Fragezeichen ins Gesicht geschrieben: Checken wir an den SAS-Self-Check-in-Automaten wirklich unser Gepäck bis Tokio ein? Die Antwort lautete: Ja!
Eine nette Mitarbeiterin des Flughafens übernahm kurzerhand das Handling der Maschine für uns. Und ließ sich dabei – sehr zur Freude der hinter uns Wartenden – reichlich Zeit. Mal beschäftigte sie sich mit Baby Sara, mal unterhielt sie unsere Dreijährige und zwischendurch widmete sie sich tatsächlich auch dem Automaten.
Am Ende hatten wir aber doch alle Boardingpässe in der Hand und sämtliche Gepäckstücke abgegeben. Erste Hürde geschafft!
Also auf zur Familiensicherheitskontrolle in Terminal 5.
Familiensicherheitskontrolle? Von wegen! Zumindest an unserem Reisetag war davon nicht besonders viel zu merken. Zwar durften wir durch das Familiengate, die Schlange dahinter war allerdings genauso lang und chaotisch wie für alle anderen Reisenden auch. Schade eigentlich, denn gerade mit zwei kleinen Kindern und reichlich Handgepäck ist jede Erleichterung willkommen.
Irgendwann waren aber auch wir durch. Noch schnell einen Kaffee aus dem Food Court im ersten Stock besorgt und dann ab zum Gate.
„Papa, unser Flugzeug ist da!“
Als wir am Gate ankamen, rollte gerade unser Flugzeug an. Emma stand staunend am Fenster, beobachtete die Maschine und rannte dann völlig aufgeregt zurück zu Papa.
„PAPA, UNSER FLUGZEUG IST DA!“
Und zwar in einer Lautstärke, die vermutlich auch am anderen Ende des Terminals noch gut zu hören war. Die meisten Lacher hatten wir jedenfalls auf unserer Seite.
Endlich begann das Boarding. Wir gaben unseren Kinderwagen direkt am Flugzeug ab und waren tatsächlich die Allerersten, die einstiegen. So hatten wir die Maschine zumindest für ein paar Sekunden ganz für uns allein.
Der Flug nach Kopenhagen war dann völlig unkompliziert. Kaum waren wir gestartet, setzten wir gefühlt auch schon wieder zur Landung an. Nach etwa einer Stunde waren wir in Dänemark.
Zwischenstopp in Kopenhagen: Bloß nicht zu früh ins Flugzeug!
In Kopenhagen ging es direkt zur Passkontrolle, die erfreulich schnell erledigt war. Danach hatten wir noch etwas Zeit, durch die Cafés und Shops des Flughafens zu bummeln.
So viel Zeit sogar, dass wir uns am Ende tatsächlich beeilen mussten, um noch pünktlich im Flugzeug zu sitzen.
Wie eigentlich immer bei Langstreckenflügen mit Kindern stiegen wir auch diesmal fast als Letzte ein. Unsere Devise: weniger Wartezeit im Flugzeug, mehr Bewegungszeit im Terminal. Schließlich würden wir noch lange genug auf unseren Sitzen verbringen.
Dieses Mal hatten wir allerdings eine etwas ungewöhnliche Sitzplatzkonstellation. Statt nebeneinander saßen wir hintereinander.
Emma und Papa teilten sich eine Reihe, Sara und ich saßen direkt davor, gleich hinter den Toiletten und damit quasi in der ersten Reihe der Economy Class.
Wir hatten Emma schon vorher erklärt, dass wir nicht alle nebeneinandersitzen würden. Für sie war das überhaupt kein Problem. Sie nahm einfach aufgeregt ihren Platz neben Papa ein und wartete darauf, dass es endlich losging.
Und tatsächlich stellte sich diese Sitzordnung als überraschend praktisch heraus. Jeder von uns betreute ein Kind, und zwischendurch ergaben sich sogar kleine Ruhepausen für Mama und Papa.
Zwölf Stunden Flug – und die Zeit will einfach nicht vergehen
Der Start verlief wunderbar. Niemand weinte, niemand jammerte, alle waren gut gelaunt.
So darf es gerne weitergehen!
Aber zwölf Stunden Flug sind natürlich lang. Sehr lang. Und irgendwie wollte die Zeit dieses Mal nicht so richtig vergehen.
Wir aßen, snackten, beschäftigten die Kinder und die „Große“ durfte ausnahmsweise auch mal ausgiebig Videos schauen.
Sara legte ich zwischendurch einfach auf den Boden, damit sie etwas Bewegungszeit bekam. Direkt neben uns befand sich eine größere freie Fläche, die quasi danach schrie, von uns bespielt zu werden. Natürlich nur, solange niemand dort durchmusste und die Anschnallzeichen ausgeschaltet waren.
Auch Emma hatte ihre ganz eigene Strategie gegen die Langeweile entwickelt: Sie drehte fleißig ihre Runden durchs Flugzeug.
Von unserem Platz ging es nach hinten bis zu den Stewards und Stewardessen, dort einmal durch, dann wieder nach vorne zu den Toiletten, durch den Zwischengang und schon begann die nächste Runde.
Ein kleiner Rundkurs auf 10.000 Metern Höhe.
Praktischerweise konnten wir auf diesen Spaziergängen auch gleich regelmäßig unseren Müll bei der Crew abgeben. Emma übernahm diese Aufgabe mit großer Begeisterung.
Und wurde dafür am Ende sogar belohnt: mit einer riesigen Tüte Gummibärchen!
Endlich schlafen die Kinder. Nach acht Stunden!
Nach ungefähr acht Stunden Flug entschieden sich unsere beiden Kinder dann endlich dafür, dass Schlafen vielleicht doch keine so schlechte Idee wäre.
Acht Stunden!
Aber immerhin: Beide schliefen nun tatsächlich für längere Zeit. Und so kamen auch Mama und Papa endlich etwas zur Ruhe.
Wir wurden erst wieder wach, als das Frühstück serviert wurde. Herrlich!
Plötzlich ging alles ganz schnell. Wir frühstückten, es gab noch Kaffee und Tee, die Toiletten wurden ein letztes Mal besucht, der Müll eingesammelt und das Handgepäck schon einmal zusammengepackt.
Und schon leuchteten die Anschnallzeichen auf. Wir waren tatsächlich fast in Tokio!
15 Stunden später: Zwei Kinder, kein Drama und ein bisschen Stolz
Mit etwa einer Stunde Verspätung landeten wir schließlich am Flughafen Haneda. Und was soll ich sagen? Wir hatten es geschafft!
Rund 15 Stunden Flugreise lagen hinter uns. Mit einer Dreijährigen und einem neun Monate alten Baby. Ohne Drama, ohne größere Tränen und mit zwei Kindern, die die ganze Reise über weitestgehend entspannt und gut gelaunt gewesen waren.
Ein bisschen stolz waren wir schon.
Offenbar nicht nur wir. Beim Aussteigen sprach mich sogar einer der Stewards darauf an, wie gut unsere Kinder den langen Flug gemeistert hatten.
Auch mein Sitznachbar, ein norwegischer Tourist, der mit seinen Geschwistern ein paar Wochen Urlaub in Japan machen wollte, zeigte sich beeindruckt.
Willkommen in Japan! Haneda macht es uns leicht
Auch nach der Landung lief alles erfreulich reibungslos.
Bei der Passkontrolle wurden wir mit unseren Kindern direkt in die Priority Lane durchgewunken. Wunderbar! Nach einem so langen Flug ist man für solche Kleinigkeiten wirklich dankbar.
Unser Gepäck kam vollständig an, der Kinderwagen war noch heil und auch der Zoll war schnell erledigt.
Und plötzlich standen wir da.
In Japan!
Nach all den Wochen der Planung, den Überlegungen zur Route und den Vorbereitungen waren wir nun tatsächlich angekommen.
Jetzt mussten wir nur noch ins Hotel. Klingt einfach, oder?
Die letzten 1.200 Meter – und dann doch noch ein Taxi
Vom Flughafen ging es mit der Keikyu Airport Line direkt nach Asakusa. Auch das funktionierte problemlos.
Bis wir am Bahnhof ausstiegen.
Denn dort wurde uns schlagartig bewusst, wie viel Gepäck wir eigentlich dabeihatten.
Zwei Erwachsene, zwei kleine Kinder, ein Kinderwagen und Gepäck für mehrere Wochen Japan. Was zu Hause beim Packen irgendwie noch ganz überschaubar gewirkt hatte, entpuppte sich spätestens jetzt als kleine logistische Herausforderung.
Die letzten 1.200 Meter vom Bahnhof bis zum Hotel zu Fuß? Keine Chance.
Also mussten wir für diese wirklich überschaubare Strecke doch noch ein Taxi nehmen.
Zum Glück gibt es Uber auch in Japan. Die Fahrt war schnell organisiert und völlig unkompliziert.
Am Hotel angekommen, halfen uns sowohl unser Fahrer als auch ein Mitarbeiter des Hotels beim Ausladen und Transportieren unseres Gepäcks.
Wir düsten zum Check-in und standen schließlich gegen 11 Uhr in unserem Hotelzimmer.
Beim Check-in gab es übrigens noch eine kleine Überraschung: Wir stellten fest, dass wir versehentlich gar kein großes Familienzimmer gebucht hatten, sondern zwei Zimmer mit Verbindungstür. Ups! Aber eigentlich war das sogar richtig praktisch. So hatten wir einen separaten Schlafbereich und ein zweites Zimmer zum Spielen, Entspannen und Leben. Gerade mit zwei kleinen Kindern gar keine schlechte Lösung!
Geschafft!
Unser Fazit zum ersten Reisetag
Was für ein Start in unser Japan-Abenteuer!
Ein aufregender Abschied in Berlin, ein kurzer Zwischenstopp in Kopenhagen, zwölf Stunden Langstreckenflug, überraschend entspannte Kinder, jede Menge Gummibärchen und zum Schluss noch eine kleine Gepäckkrise auf den letzten Metern.
Aber wir waren da. Alle vier. Gut gelaunt, ziemlich müde und voller Vorfreude auf das, was vor uns lag.
Jetzt gönnten wir uns erst einmal eine kleine Pause.
Tokio, wir sind bereit!
Na ja, zumindest nach einem kurzen Nickerchen.
Tag 2 · 6. Oktober 2026
Endlich Tokio! Unser erster Nachmittag in Asakusa
Zwei Stunden Schlaf müssen reichen
Wir brauchten keinen Wecker, um noch etwas von Tokio zu sehen. Unser Baby übernahm diesen Job höchstpersönlich und weckte uns nach knapp zwei Stunden Schlaf gegen 14 Uhr. So blieb uns tatsächlich noch fast ein halber Tag, um einen ersten Eindruck von Tokio zu gewinnen.
Heute wollten wir vor allem unser eigenes Viertel erkunden: Asakusa.
Asakusa ist bekannt für seine traditionelle Atmosphäre, den berühmten Sensō-ji-Tempel und die unzähligen kleinen Straßen mit Streetfood, Kunsthandwerk, Souvenirs und jeder Menge Kitsch. Hier trifft das alte Tokio auf das neue, und zwischen historischen Tempeln, bunten Geschäften und kleinen Restaurants gibt es an jeder Ecke etwas zu entdecken.
Genau das Richtige also für unseren ersten Nachmittag in Japan!
Mitten hinein ins Getümmel von Asakusa
Wir stürzten uns also erst einmal mitten ins Getümmel. Vorbei an unzähligen Streetfood-Ständen, kleinen Restaurants und Geschäften. Eine Straße bunter, spannender und wunderbarer als die andere.
Überall gab es etwas zu sehen. Japanische Süßigkeiten, kunstvoll verpackte Mitbringsel, traditionelles Handwerk und natürlich jede Menge Dinge, von denen man bis vor fünf Minuten noch gar nicht wusste, dass man sie unbedingt braucht.
Besonders rund um die berühmte Einkaufsstraße Nakamise-dori, die direkt zum Sensō-ji-Tempel führt, reiht sich ein Geschäft ans nächste.
Und dann standen wir auch schon vor dem Highlight des Viertels: dem Sensō-ji-Tempel.
Sensō-ji: Unser erster Einblick in Japans Religion
Der Sensō-ji ist Tokios ältester buddhistischer Tempel. Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 628 zurück. Der Legende nach fanden damals zwei Fischer im nahe gelegenen Sumida-Fluss eine Statue der buddhistischen Gottheit Kannon, die für Mitgefühl und Barmherzigkeit steht. Daraus entwickelte sich eine der bedeutendsten Tempelanlagen Japans.
Mit seiner riesigen Haupthalle, den eindrucksvollen Toren, der fünfstöckigen Pagode und den vielen Gläubigen und Besuchern ist die Anlage wirklich beeindruckend.
Wir erkundeten erst einmal interessiert das Gelände und bekamen dabei unseren ersten Einblick in die japanische Religion und ihre Traditionen.
Besonders spannend fanden wir die kleinen Glücksorakel, die man an vielen japanischen Tempeln und Schreinen ziehen kann.
Unser erstes japanisches Glücksorakel: The Best Fortune!
Diese Glücksorakel heißen Omikuji und funktionieren etwas anders, als man es vielleicht erwarten würde.
Zuerst wirft man eine kleine Spende in die dafür vorgesehene Box. Dann nimmt man einen Metallbehälter, in dem sich zahlreiche Holzstäbchen befinden, und schüttelt ihn so lange, bis eines der Stäbchen durch eine kleine Öffnung herausfällt.
Auf dem Stäbchen steht eine Nummer. Anschließend sucht man an einer Wand voller kleiner Schubladen nach der passenden Nummer und zieht daraus einen Zettel mit seiner persönlichen Glücksvorhersage.
Die Orakel sollen Hinweise darauf geben, was einen in verschiedenen Lebensbereichen erwartet – etwa bei Gesundheit, Reisen, Beziehungen oder beruflichen Vorhaben. Von großem Glück bis zu ziemlich schlechten Aussichten ist alles dabei.
Und was haben wir gezogen?
„The Best Fortune“ – Dai-kichi, das größtmögliche Glück!
Na, wenn das mal kein guter Start ist!
Dann kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen in den nächsten acht Wochen Japan. Zumindest, wenn man unserem ersten japanischen Glücksorakel glauben darf.
Erst einmal Bewegung für die Kinder
Zwischendurch legten wir auf dem Tempelgelände eine kleine Pause ein. Wir setzten uns an einen Grünstreifen, ließen Sara etwas Bewegungszeit und auch Emma rannte freudig hin und her.
Kein Wunder. Der Flug war zwar erstaunlich unkompliziert gewesen, aber so richtig bewegt hatte sich seit unserer Abreise eigentlich niemand von uns.
Und gerade mit zwei kleinen Kindern merken wir immer wieder, wie wichtig solche Pausen sind. Ein bisschen herumkrabbeln, rennen, entdecken – und schon sieht die Welt wieder ganz anders aus.
Für die Kinder war die kleine Pause vermutlich mindestens genauso schön wie für uns die Tempelbesichtigung.
Matcha, Matcha und noch mehr Matcha
Nach so viel Kultur stand dann unser erstes kulinarisches Highlight auf dem Programm: Matcha!
Und zwar in allen möglichen Varianten.
Phil entschied sich für ein Matcha-Bier und ein Matcha-Eis. Ich gönnte mir einen Matcha-Mochi und einen frisch zubereiteten Matcha-Tee.
Emma war zunächst etwas geknickt. Schließlich hätte sie natürlich am liebsten alles mitprobiert. Mit ihren drei Jahren ist Matcha wegen des Koffeingehalts allerdings noch nichts für sie.
Immerhin durfte sie einen kleinen Löffel von Papas Matcha-Eis probieren.
Und wir fanden noch eine andere Möglichkeit, sie bei Laune zu halten: Wir gingen zur Matcha-Küche und schauten den Köchen durch das Fenster bei der Arbeit zu.
Das war tatsächlich ziemlich spannend. Und so wurde aus unserer kleinen Matcha-Pause gleich noch ein weiterer Programmpunkt für unsere Dreijährige.
Essen im Gehen? In Japan lieber nicht!
In Japan gibt es übrigens eine Besonderheit, an die man sich als Tourist erst einmal gewöhnen muss: Essen im Gehen gilt vielerorts als unhöflich und ist gerade in belebten Straßen nicht gerne gesehen.
Statt mit seinem Snack in der Hand weiterzuspazieren, bleibt man üblicherweise am Geschäft stehen oder sucht sich einen Platz, an dem man in Ruhe essen kann.
Also setzten wir uns einfach vor den Shop, genossen unsere Matcha-Leckereien und beobachteten das bunte Treiben auf der Straße.
Eigentlich gar keine schlechte Regel.
So konnten wir uns ein bisschen entspannen und einfach dasitzen, während um uns herum das geschäftige Tokio vorbeizog.
Ein Abendspaziergang am Sumida-Fluss
Am Abend liefen wir noch bis zum Ufer des Sumida-Flusses, der direkt an Asakusa vorbeifließt.
Nach dem Trubel rund um den Tempel war das eine schöne Abwechslung. Wir spazierten ein Stück am Wasser entlang und machten uns dann langsam auf den Rückweg in Richtung Hotel.
So langsam merkten wir allerdings doch, dass uns die lange Anreise noch in den Knochen steckte.
Auch wenn wir am Nachmittag überraschend fit gewesen waren, waren wir eigentlich immer noch ziemlich müde.
Also beschlossen wir, es uns am Abend einfach zu machen.
Keine große Restaurantsuche, keine weiteren Abenteuer und ausnahmsweise auch keine japanischen Spezialitäten mehr.
Stattdessen holten wir uns im Restaurant direkt neben unserem Hotel ein paar Burger.
Man muss ja nicht gleich am ersten Tag alles ausprobieren.
Unser Fazit: Ein ziemlich gelungener erster Nachmittag in Tokio
Für einen Tag, der eigentlich mit einer völlig übermüdeten Familie und einem zweistündigen Mittagsschlaf begonnen hatte, hatten wir erstaunlich viel erlebt.
Wir hatten die bunten Straßen von Asakusa erkundet, unseren ersten japanischen Tempel besucht, etwas über buddhistische Traditionen gelernt, das größtmögliche Glück gezogen und uns durch verschiedene Matcha-Spezialitäten probiert.
Und auch die Kinder waren auf ihre Kosten gekommen.
Vor allem aber hatten wir endlich einen ersten Eindruck von Tokio gewonnen.
Wenn unsere nächsten Wochen in Japan nur halb so gut werden, wie es unser Glücksorakel verspricht, kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen.
Jetzt aber erst einmal schlafen. Diesmal hoffentlich etwas länger als zwei Stunden.
Tag 3 · 7. Oktober 2026
Tokio von oben, Spielplatzglück und die berühmte Shibuya Crossing
alt="Aussicht vom Tokyo Metropolitan Government Building mit Familie"
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Unser dritter Tag in Tokio begann direkt mit einem kleinen Aufreger. Als ich morgens auf die Uhr schaute, konnte ich es kaum glauben: Wir hatten kollektiv das Frühstück verschlafen! Oops.
Na ja, was soll's. Also zogen wir uns alle an und machten uns auf den Weg zu einem Café um die Ecke, wo wir unser erstes – wenn auch wenig japanisches – Frühstück des Urlaubs genießen wollten.
Ein Feinkostgeschäft für Cola? Gibt's wirklich!
Bevor wir uns allerdings dem Frühstück widmen konnten, stand noch ein besonderer Wunsch von Papa auf dem Programm: ein Besuch bei IYOSHI COLA in Asakusa, einem richtigen Cola-Feinkostgeschäft. Im Ernst!
Hier dreht sich alles um handwerklich hergestellte Craft-Cola mit besonderen Zutaten wie Gewürzen und Zitrusfrüchten. Als Cola-Trinker wollte Papa diese ungewöhnliche Cola natürlich unbedingt ausprobieren. Sogar Emma, die zuvor noch nie Cola getrunken hatte, durfte ausnahmsweise einen kleinen Schluck probieren.
Nach diesem ungewöhnlichen Zwischenstopp und unserem Frühstück konnte der Tag richtig losgehen.
Tokio von oben – und das völlig kostenlos
Unsere erste Metrofahrt stand an! Unser Ziel: das Tokyo Metropolitan Government Building in Shinjuku. Von der kostenlosen Aussichtsplattform im 45. Stockwerk, rund 202 Meter über dem Boden, wollten wir uns einen Überblick über die Stadt verschaffen.
Und was für einen! Egal, in welche Richtung wir schauten, überall erstreckte sich ein scheinbar endloses Häusermeer. Dazwischen ragten immer wieder Wolkenkratzer auf. Erst hier oben bekamen wir einen Eindruck davon, welche unglaublichen Ausmaße Tokio hat.
Wir hatten uns bewusst für diese kostenlose Alternative zum berühmten Tokyo Skytree entschieden – und wurden mit einer wunderbaren Aussicht belohnt.
Nur der Mount Fuji, rund 95 Kilometer Luftlinie entfernt, wollte sich nicht zeigen. Japans berühmtester Berg versteckte sich hinter den Wolken, sodass wir seine Silhouette höchstens erahnen konnten.
Nach einem kleinen Snack im Gebäude ging es weiter zu Emmas Highlight des Tages.
Spielplatzglück mitten in Shinjuku
Direkt neben dem Regierungsgebäude befindet sich der Shinjuku Central Park. Und dort entdeckten wir einen der schönsten Spielplätze, die ich je gesehen habe!
Die Anlage war riesig und bot etwas für wirklich jede Altersgruppe. Für Sara gab es sogar einen eigenen, abgegrenzten und liebevoll gestalteten Bereich für Babys und Kleinkinder, in dem wir sie auf Entdeckungstour gehen lassen konnten.
Und Emma? Für sie gab es einfach alles! Rutschen in verschiedenen Größen, Klettergerüste, Schaukeln, Kletterwände und jede Menge Platz zum Toben. Hier hätten wir vermutlich Stunden verbringen können.
Besonders beeindruckend fand ich auch die Infrastruktur: An drei verschiedenen Stellen gab es öffentliche Toiletten.
Die sind in Japan übrigens immer wieder ein Highlight. Beheizte Toilettensitze, eine integrierte Dusche statt ausschließlich Toilettenpapier und manchmal sogar Musik auf Knopfdruck. Dazu vielerorts Familientoiletten mit Kindersitzen, in denen man sein Baby kurz sicher absetzen kann.
Und das alles kostenlos. Und extrem sauber. Gerade mit kleinen Kindern weiß man so etwas besonders zu schätzen. Ein Träumchen!
Shibuya Crossing – mitten im Großstadtgewimmel
Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg zur berühmten Shibuya Crossing. Bei besonders starkem Andrang sollen hier bis zu 3.000 Menschen während einer einzigen Grünphase die Straße überqueren.
Doch zunächst fanden wir die Kreuzung gar nicht. Überall waren Baustellen, die Wege waren voll und irgendwie kamen wir einfach nicht dorthin, wo wir hinwollten. Irgendwann hatten wir uns dann aber erfolgreich gegen Google Maps, Menschenmengen und Baustellen durchgesetzt.
Und plötzlich war sie nicht mehr zu übersehen: die wohl berühmteste Fußgängerkreuzung der Welt.
Überall blinkte und flackerte es. Riesige Bildschirme leuchteten an den Fassaden, bunte Werbetafeln wechselten ihre Motive und aus allen Richtungen strömten Menschen herbei. Es war bunt. Es war laut. Wir wussten gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollten.
Zunächst beobachteten wir das Getümmel vom Straßenrand. Bei der nächsten Ampelschaltung standen wir dann selbst mittendrin.
Und wisst ihr was? So spektakulär die Kreuzung von außen aussah, so überraschend alltäglich fühlte sich das Überqueren an. Am Ende war es eben doch eine Ampel – nur mit deutlich mehr Menschen, gezückten Smartphones und dem merkwürdigen Gefühl, gerade selbst Teil einer weltberühmten Sehenswürdigkeit zu sein.
Shibuya bei Nacht – ein kostenloser Blick von oben
Nach so vielen Eindrücken gönnten wir uns erst einmal eine Pause und gingen in einem japanischen Restaurant in der Nähe essen.
Als es dunkel geworden war, kehrten wir noch einmal zur Shibuya Crossing zurück. Diesmal wollten wir das Spektakel aus einer anderen Perspektive erleben – im wahrsten Sinne des Wortes.
Für den Blick von oben wollten wir nicht extra Eintritt für die offizielle Aussichtsplattform bezahlen. Also gingen wir in das Einkaufszentrum MAGNET by SHIBUYA109 und fuhren in den fünften Stock. Dort befindet sich Dream Capsule, ein Geschäft voller japanischer Kapselautomaten. Ganz hinten im Laden entdeckten wir einen Fensterplatz mit direktem Blick auf die Kreuzung – und das völlig kostenlos! Im Dunkeln wirkten die Lichter, die riesigen Reklametafeln und die Menschenströme noch einmal ganz anders.
Kleine Kapseln, große Begeisterung
Emma erlebte an diesem Tag noch ein echtes Highlight ihrer bisherigen Japanreise – und lernte dabei etwas kennen, das aus dem japanischen Stadtbild kaum wegzudenken ist: die unzähligen Spiel- und Kapselautomaten.
In Tokio begegneten uns immer wieder ganze Läden voller Automaten. An manchen versucht man, mit einem Greifarm kleine Kuscheltiere oder andere Überraschungen zu angeln – ein bisschen wie auf dem Jahrmarkt bei uns zu Hause. Und dann gibt es die Gashapon: Automaten, in die man Münzen einwirft, an einem Drehknopf dreht und aus denen anschließend eine runde Kapsel herauspurzelt. Was sich darin verbirgt, zeigt sich erst beim Öffnen.
Natürlich durfte Emma das auch ausprobieren. Ihre Kapsel enthielt einen kleinen Monchhichi – und ihre Freude darüber war riesig. Zwischen all den blinkenden Lichtern und der weltberühmten Kreuzung war diese winzige Überraschung für sie mindestens genauso aufregend wie für uns der Blick über Shibuya.
Manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die bei Kindern für die größte Begeisterung sorgen.
Unser Tipp: Wer die Shibuya Crossing von oben sehen möchte, kann bei Dream Capsule im fünften Stock des MAGNET by SHIBUYA109 einen kostenlosen Blick auf die Kreuzung erhaschen – ganz ohne Ticket für die offizielle Dachterrasse.
Gute Nacht, Tokio!
Nach einem Tag voller Kontraste machten wir uns auf den Rückweg ins Hotel. Von der beeindruckenden Skyline Shinjukus über einen fantastischen Spielplatz bis hin zum bunten Großstadttrubel in Shibuya hatten wir heute unglaublich viel erlebt.
Und obwohl wir langsam in Japan angekommen waren, steckte uns der Jetlag noch immer etwas in den Knochen.
Also hieß es: ab ins Bett. Gute Nacht, Tokio!
Tag 4 · 8. Oktober 2026
Kaiserpalast, Ueno-Park, Spielzeugladen und der beste Tofu meines Lebens
Ein Frühstück mit gleich zwei Erfolgserlebnissen
Unser vierter Tag in Japan begann mit einem echten Erfolgserlebnis: Wir schafften es tatsächlich pünktlich zum Hotelfrühstück!
Nach einer zunächst etwas wechselhaften Nacht hatten schließlich alle gut geschlafen. Und als uns um 8:30 Uhr der Wecker aus dem Schlaf klingelte, waren wir bereit für einen neuen Tag voller Entdeckungen.
Beim Frühstücksbuffet gab es wirklich alles, was das Herz begehrt. Natürlich beschränkten wir uns nicht nur auf die westlichen Köstlichkeiten, sondern probierten auch einige japanische Frühstücksspezialitäten. Mein persönliches kulinarisches Highlight war dabei ganz klar der Fisch!
Das eigentliche Highlight dieses Morgens hatte allerdings gar nichts mit dem Essen zu tun: Sara saß zum allerersten Mal in ihrem Leben in einem richtigen Hochstuhl! Bislang hatten wir immer einen Babyaufsatz gebraucht, aber heute durfte sie ganz selbstverständlich mit uns am Tisch sitzen. Wieder so ein kleiner Meilenstein, bei dem man plötzlich merkt, wie schnell die Kleinen groß werden.
Bye, bye Babyaufsatz!
Kaiserpalast: Manchmal kommt es anders als geplant
Gut gestärkt machten wir uns anschließend auf den Weg zum Kaiserpalast, einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Tokios.
Unterwegs legten wir noch einen kurzen Zwischenstopp bei Starbucks ein. Dort sorgten wir allerdings erst einmal für ein kleines Missverständnis: Wir hatten uns gerade an einem vermeintlich freien Tisch niedergelassen, als sich herausstellte, dass ein älterer japanischer Herr diesen bereits reserviert hatte. Das hatten wir schlicht nicht verstanden. Natürlich machten wir den Platz wieder frei. Eine kleine Lektion in japanischen Alltagsgepflogenheiten!
Am Kaiserpalast angekommen, wollten wir spontan an einer Führung über das Gelände teilnehmen. Doch leider waren wir ein kleines bisschen zu spät: Die letzte Führung des Tages hatten wir gerade verpasst. Wie ärgerlich!
Also mussten wir umplanen. Zum Glück gibt es direkt neben dem Kaiserpalast die öffentlich zugänglichen Ostgärten, die sogenannten Imperial Palace East Gardens. Und so wurde aus unserem ursprünglichen Plan kurzerhand ein gemütlicher Spaziergang durch die weitläufige Gartenanlage.
Zwischen gepflegten Grünflächen, alten Steinmauern, Bäumen und Teichen konnten wir dem Großstadttrubel für eine Weile entkommen. Besonders Sara schien diesen Programmpunkt zu genießen: Sie verbrachte einen großen Teil unseres Besuchs ganz entspannt im Schatten eines Baumes. Wir spazierten noch zu den Teichen, bevor es weiterging.
Ueno-Park: Japanische Snacks und ein Spielplatz mit Nervenkitzel
Am Nachmittag fuhren wir mit der Bahn nach Ueno. Schon am Bahnhof gab es für uns einiges zu entdecken. Überall wurden japanische Snacks und kleine Gerichte angeboten, und natürlich konnten wir nicht einfach daran vorbeigehen.
Also deckten wir uns erst einmal mit allerlei Leckereien ein: frittierten Chicken-Dumplings, einer Bento-Box und verschiedenen anderen japanischen Snacks. Mit unserer kulinarischen Beute machten wir uns auf den Weg durch den Ueno-Park.
Der Park ist riesig und beherbergt unter anderem mehrere Museen und den berühmten Ueno-Zoo. Wir spazierten an den verschiedenen Einrichtungen vorbei und liefen schließlich hinunter in Richtung des Teichs, wo wir einen Spielplatz entdeckten. Perfekt!
Während wir Erwachsenen uns über unser improvisiertes Picknick freuten, konnte Emma endlich wieder ausgiebig spielen. Wobei sie uns zwischendurch einen ordentlichen Schrecken einjagte.
Statt außen um die Schaukeln herumzulaufen, entschied sie sich mal wieder für den direkten Weg – mitten durch die schwingenden Kinder hindurch! Uns blieb kurz das Herz stehen. Emma selbst schien die Aufregung dagegen überhaupt nicht nachvollziehen zu können. Dreijährige haben eben manchmal ihre ganz eigene Vorstellung von sicheren Laufwegen.
Kleine Hände, große Liebe
Während Emma über den Spielplatz tobte, erlebte ich mit Sara einen dieser kleinen Momente, die man am liebsten für immer festhalten würde.
Sie hatte einen Reiscracker in der Hand und beschloss plötzlich, nicht nur sich selbst, sondern auch mich damit zu füttern. Immer wieder führte sie ihre kleine Hand zu meinem Mund und steckte mir ganz vorsichtig ein Stück hinein. Und dann gleich noch eins. Und noch eins.
Es war so unglaublich süß! Manchmal sind es eben nicht die großen Sehenswürdigkeiten, sondern diese winzigen Augenblicke, die einen Reisetag besonders machen.
Räucherstäbchen, Tempelstempel und ein kleiner Panda
Nach unserer Spielplatzpause ging es weiter zu einem Tempel direkt am Teich im Ueno-Park. Dort zündeten Emma und ich gemeinsam ein Räucherstäbchen an. Der aufsteigende Rauch und die ruhige Atmosphäre waren ein schöner Kontrast zum lebhaften Spielplatz.
Natürlich durfte auch ein kleines bisschen Glück für unsere weitere Reise nicht fehlen. Außerdem kauften wir ein neues japanisches Stempelbuch, ein sogenanntes Goshuinchō. In solchen Büchern kann man sich an vielen Tempeln und Schreinen besondere kalligrafische Einträge als Erinnerung an den Besuch geben lassen.
Unser neues Buch bekam direkt seinen ersten Eintrag. Für Emma gab es außerdem noch einen kleinen Glücksbringer: einen Panda! Damit war auch dieser Programmpunkt für unsere Dreijährige ein voller Erfolg.
Ein Spielzeugparadies auf mehreren Etagen
Unser nächstes Ziel war ein Geschäft, das bei Emma vermutlich mindestens genauso viel Begeisterung auslöste wie der Tempel: Yamashiroya, ein riesiger Spielzeugladen direkt am Bahnhof Ueno.
Und riesig ist hier wirklich nicht übertrieben! Auf mehreren Etagen gibt es Spielzeug, Figuren, Kuscheltiere und Fanartikel aus den unterschiedlichsten japanischen Serien und Themenwelten. Natürlich wollten wir uns das genauer anschauen und erkundeten tatsächlich alle Etagen.
Emma hatte dabei ziemlich schnell ihren persönlichen Favoriten gefunden: Hello Kitty! Zwischen all den bunten Figuren, Plüschtieren und Spielsachen konnte sie sich kaum sattsehen. Und selbstverständlich durfte am Ende auch eine kleine Hello Kitty mit uns ins Hotel kommen.
Der beste Tofu meines Lebens – aus einem kleinen Restaurant in Asakusa
Nach unserem ausgiebigen Einkaufsbummel machten wir uns mit der Bahn zurück auf den Weg nach Asakusa. Inzwischen war Emma eingeschlafen, und auch wir merkten langsam, dass der Tag ganz schön lang gewesen war.
Für ein ausgedehntes Abendessen im Restaurant fehlte uns die Energie. Also beschlossen wir, uns etwas zu essen zu holen und den Abend gemütlich im Hotel ausklingen zu lassen.
Während Phil mit den Kindern schon einmal weiterging, machte ich mich auf die Suche nach einem passenden Restaurant. Und landete schließlich in einem kleinen japanischen Lokal, in dem kaum Touristen saßen und nur wenig Englisch gesprochen wurde. Die Verständigung war entsprechend etwas abenteuerlich, aber irgendwie klappte es dann doch mit der Bestellung.
Und was soll ich sagen? Ich bekam dort den besten Tofu meines Lebens! Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass mich ausgerechnet Tofu einmal so begeistern würde. Aber dieses Essen war unglaublich lecker.
Mit unserem Essen zum Mitnehmen ging es zurück ins Hotel, wo wir schließlich alle gemeinsam zu Abend aßen.
Japanische Leckereien in der Hotellounge
Nach dem Essen gönnten wir uns noch eine kleine Pause, bevor wir später die Lounge unseres Hotels erkundeten. Und die entpuppte sich als richtig schöne Überraschung!
Für alle Hotelgäste standen dort kostenlos verschiedene japanische Snacks und Getränke bereit. Es gab unterschiedliche Säfte, warme und kalte Tees und sogar eine japanische Sprite, über die sich insbesondere Philipp freute.
Als wir ankamen, waren wir zunächst ganz allein. Also konnten wir es uns in aller Ruhe gemütlich machen, ein paar der japanischen Leckereien probieren und den Tag entspannt ausklingen lassen. Nach all den Eindrücken war das genau das Richtige.
Unser Fazit: Ein Tag voller kleiner Überraschungen
Unser vierter Tag in Japan war vielleicht nicht ganz so spektakulär wie der Besuch der Shibuya Crossing am Vortag. Aber er war voller schöner Momente.
Wir hatten endlich unser Hotelfrühstück geschafft, den Kaiserpalast zumindest von außen kennengelernt, die Ostgärten erkundet, japanische Snacks probiert und im Ueno-Park jede Menge Zeit verbracht.
Emma hatte einen neuen Panda-Glücksbringer und eine kleine Hello Kitty bekommen. Sara hatte zum ersten Mal in einem richtigen Hochstuhl gesessen und mich mit Reiscrackern gefüttert. Und ich hatte ganz nebenbei den besten Tofu meines Lebens entdeckt.
Manchmal braucht es eben gar keine großen Highlights, damit ein Reisetag in Erinnerung bleibt. Gute Nacht, Tokio!
Tag 5 · 9. Oktober 2026
Ein letztes Mal Luxus: Mit der Rikscha durch Asakusa und Karaoke mit Kindern
Noch einmal Luxus: Frühstück mit Blick auf Tokio
Bald werden wir sieben Wochen lang ziemlich minimalistisch in unserem Camper leben. Aber heute? Heute durften wir es noch einmal so richtig krachen lassen. Und zwar beim Frühstück!
Dafür ging es in unser Fünf-Sterne-Schwesterhotel, das Asakusa View Hotel. Dort erwartete uns nicht nur ein üppiges Frühstück, sondern auch ein wunderschöner Blick über Tokio bis hin zum Tokyo Skytree. So lässt sich ein Urlaubstag beginnen!
Nach dem Frühstück spazierten wir noch ein Stück am Wasser entlang und durch Asakusa, vorbei am Sensō-ji-Tempel, bevor wir zurück zum Hotel gingen. Dort mussten wir uns noch um ein Taxi kümmern – was sich leider etwas komplizierter gestaltete als gedacht. Aber irgendwann war auch das erledigt und wir konnten zu unserem Tagesprogramm aufbrechen.
Ein Tempelstempel mit Hindernissen
Wir wollten eigentlich direkt eine Rikscha-Tour machen. Doch am Stand war gerade niemand zu finden. Also schlenderten wir erst einmal ein wenig durch die Gegend und beschlossen, zunächst noch einmal zum Tempel zu gehen.
Dort wollten wir einen weiteren Stempel für unser neues Goshuin-Buch bekommen. Die angegebene Wartezeit: ungefähr eine halbe Stunde. Das klang machbar. Allerdings verpassten wir dann ausgerechnet unsere Nummer. Und als wir wieder an der Reihe sein wollten, war der zuständige Mitarbeiter erst einmal längere Zeit verschwunden.
Also hieß es: noch länger warten. Emma nahm es erstaunlich gelassen und hielt wirklich prima durch. Irgendwann hatten wir unseren Eintrag schließlich doch im Buch – und konnten weiterziehen.
Eine Stunde mit der Rikscha durch Asakusa
Diesmal klappte es mit der Rikscha! Zu viert quetschten wir uns auf die Sitzbank und ließen uns eine ganze Stunde lang durch Asakusa fahren. Und was soll ich sagen? Es machte unglaublich viel Spaß!
Unser Fahrer war supernett, erzählte uns unterwegs jede Menge über die Gegend und zeigte uns auch kleine Dinge, an denen wir allein vermutlich vorbeigelaufen wären – etwa unscheinbare Skulpturen am Straßenrand.
Wir kamen an großen und kleinen Tempeln vorbei und fuhren auch durch das traditionelle Geisha-Viertel. Besonders schön fand ich, wie unser Guide Emma einbezog. Er stellte ihr immer wieder Fragen auf Englisch – und sie antwortete tatsächlich ganz selbstverständlich. Das war wirklich süß zu beobachten.
Nebenbei fragte ich mich die ganze Zeit, wie anstrengend dieser Job eigentlich sein muss. Vier Menschen durch die Straßen zu ziehen, ist schließlich kein Spaziergang. Und als wäre das nicht genug, lief auch noch ein Praktikant hinter uns her. Da bekommt man wirklich Respekt vor dieser Arbeit!
Ein Erdbeerparadies mitten in Asakusa
Auf dem Weg von der Rikscha-Station zurück in die Innenstadt legten wir noch einen Zwischenstopp ein, den uns unser Rikscha-Fahrer ans Herz gelegt hatte: bei Asakusa Ichigoya, einem kleinen Geschäft, in dem sich alles um Erdbeeren dreht.
Hier gab es wirklich alles, was das Erdbeerherz begehrt: süße Leckereien, Shakes, Tee – und natürlich für Papa ein Erdbeerbier! So einen Tipp nehmen wir doch gerne mit.
Ramen und ein leerer Handyakku
Nach diesem süßen Zwischenstopp ging es zum Mittagessen in ein Ramenrestaurant.
Mit zwei kleinen Kindern läuft ein Restaurantbesuch bekanntlich nicht immer ganz so entspannt ab, wie man sich das vorher vorstellt. Sara war ziemlich unruhig, also aßen wir Erwachsenen schließlich nacheinander.
Dann wurde es noch einmal etwas chaotisch: Mein Handyakku war leer, und wir hatten nicht richtig abgesprochen, wo wir uns wieder treffen wollten. Plötzlich waren wir getrennt und konnten uns nicht erreichen. Die anderen waren noch auf dem Spielplatz – und nach einigem Hin und Her fanden wir zum Glück alle wieder zusammen.
Eine kleine Erinnerung daran, dass ein konkreter Treffpunkt manchmal doch praktischer ist als die Hoffnung, man werde sich schon irgendwie finden.
Privates Familienkaraoke: Golden, Waka Waka und Backstreet Boys
Zum Abschluss unseres Tokio-Tages wollten wir noch etwas ausprobieren, das in Japan richtig dazugehört: Karaoke!
Anders als man es vielleicht aus Deutschland kennt, saßen wir dafür nicht in einer Bar vor fremdem Publikum, sondern hatten einen eigenen kleinen Raum nur für uns vier. Perfekt mit Kindern!
Natürlich durfte Emma die Musikauswahl maßgeblich mitbestimmen. Also liefen unter anderem „Golden“ und „Waka Waka“. Und Mama bekam auch noch einen kleinen Backstreet-Boys-Moment. Was für ein Spaß!
Passt das wirklich alles wieder in die Koffer?
Im Anschluss ging es zurück ins Hotel. Doch bevor wir ins Bett konnten, wartete noch eine letzte Aufgabe auf uns: packen!
Hatte auf der Hinreise nach Japan wirklich alles in unser Gepäck gepasst? Wir hatten bislang doch kaum etwas gekauft – und trotzdem schien plötzlich nichts mehr so richtig in die Koffer zu wollen.
Nach reichlich Hin und Her, einigen Nerven und ordentlich Schweiß hatten wir es dann aber irgendwie geschafft: Alles war verstaut. Und wir waren bereit, am nächsten Tag in unser nächstes großes Abenteuer zu starten: sieben Wochen mit dem Camper durch Japan!